Angst vor der Geburt

Umgang mit Angst vor der Geburt

Die Angst vor der Geburt, des eigenen Kindes, ist kein seltenes Phänomen. Viele Frauen haben vor der Geburt ihres ersten Kindes Angst. Diese Angst muss nicht immer deutlich spürbar sein, sondern kann sich auch darin zeigen, dass jede Auseinandersetzung mit der bevorstehenden Geburt abgelehnt wird.

Wie kommt es eigentlich zu dieser Angst vor der ersten Geburt und was hilft dabei Ängste abzubauen und die Geburt dadurch positiv zu beeinflussen?

In unserer Gesellschaft wird hauptsächlich über negative Geburtserfahrungen gesprochen oder es wird gänzlich vermieden die Geburtsgeschichte zu erzählen (was natürlich nonverbal auch eine Botschaft sendet).

In Filmen und Serien wird oft gezeigt, wie Frauen liegend und schreiend entbunden werden, anstatt aktiv und selbstbestimmt, in einer guten Geburtsposition, zu gebären.

Selbst die medizinischen Ausdrücke, rund um die Geburt, sind meist negativ. So beinhaltet das Wort Wehe z.B. Schmerz. Die Ausdrucksweise, dass eine Frau entbunden wird, impliziert, dass diese nur passiv am Geschehen beteiligt ist. Frauen werden zum ,,Pressen” angehalten, was ganz schön kräftezerrend klingt.

Durch diese Einflussfaktoren bildet sich die Frau allmählich ein negatives Bild, von der Geburt. Zudem spielt eine Rolle, dass sich manche Frauen vor dem Ungewissen, vor einer nie dagewesenen Situation fürchten und Angst vor einem Kontrollverlust haben.

Bei Folgeschwangerschaften spielen oft negative Erfahrungen, während der Schwangerschaft und/ oder Geburt, eine Rolle. Nicht wenige Frauen erleben die Geburt ihres Kindes als traumatisch.

Aus diesem Grund findet einmal jährlich (am 25. November) der Roses Revolution Day statt, an dem Frauen vor den Kreißsälen Rosen niederlegen, in denen sie körperliche und/ oder psychische Gewalt erlebt haben.

Was kannst du tun, um deine Ängste abzubauen und dich vor körperlicher und psychischer Gewalt zu schützen?

aktiv über eine Geburt informieren

Informiere dich, was dein Körper bereits vor der Geburt macht, um dich auf diese vorzubereiten. (Z.B. werden Schambeingefüge und Bänder vor der Geburt flexibler und schaffen damit Platz für den kindlichen Kopf.) Wenn du weißt, wie dein Körper die Geburt vorbereitet, kannst du ihm während der Geburt leichter vertrauen.

Erkundige dich, über die einzelnen Phasen einer Geburt (Eröffnungs-, Übergangs-, Austreibungs- und Nachgeburtphase). Mit dem Wissen, was dich während der Geburt erwartet, kannst du dich besser auf deinen Körper einstellen und wirst nicht während der Geburt überrascht. Durch das Wissen, über die Geburt, kannst du der Geburt selbstbewusster entgegentreten und förderst dein Vertrauen in dich und deinem Körper.

mit Geburten befassen, die positiv verliefen

Lies positive Geburtsberichte und/ oder schau dir schöne Geburtsvideos an. Hierdurch kannst du eine positive Einstellung zur Geburt entwickeln, Vorfreude aufbauen und der Geburt entspannter entgegenblicken.

Deine eigene Schwangerschaft ist NICHT die Zeit, in der du dir negative Geburtsberichte anderer Frauen zumuten solltest. Setze hier klar deine Grenzen, falls sich FreundInnen, die negative Erfahrungen gemacht haben, mitteilen wollen.

auf die Geburt vorbereiten

Mache dir bewusst, wo du dein Kind zur Welt bringen möchtest (Krankenhaus, Geburtshaus, Zuhause). Informiere dich über die Vorteile und Nachteile und schau, was sich für DICH richtig anfühlt. Ein falscher Ort kann die Kontraktionen schwächen. Du solltest an dem Ort so loslassen können, wie auf der Toilette (eine Geburt ist ein sehr intimes Geschehen).

Falls du im Krankenhaus oder im Geburtshaus gebären willst, mache dich vorher mit dem Geburtsort vertraut. Je vertrauter du bist, desto leichter wird es dir fallen, während der Geburt, zu entspannen und loszulassen.

Entscheide, wen du bei der Geburt dabei haben möchtest (Partner/in, Hebamme, Doula etc.). Wieviel Unterstützung wünscht du dir?

Schreibe dir deine Wünsche für die Geburt auf und teile sie den Ärzten/ Hebammen mit, die dich betreuen (z.B. Wassergeburt, welche Interventionen du ablehnst, Nabelschnur auspulsieren lassen etc.)

Praktiziere schon einige Wochen vor der Geburt (Atem)entspannungsübungen, Hypnose, Affirmationen (positiv bestärkende Sätze) und ähnliches. Durch eine tiefe Atmung z.B. werden deine Gebärmutter und dein Kind, während der Geburt, gut mit Sauerstoff versorgt und mögliche Schmerzen durch eine Aktivierung des Parasympathikus (Teil des vegetativen Nervensystems) gelindert.

Informiere dich über die verschiedenen Geburtspositionen. So kannst du dann während der Geburt, ganz intuitiv, die für dich richtigen Geburtspositionen einnehmen.

Bereite dich körperlich vor (mache z.B. Beckenbodenübungen, die für Schwangerschaft geeignet sind).

Je besser du dich auf die Geburt deines Kindes vorbereitest, desto mehr minderst du deine Unsicherheiten und stärkst deine Zuversicht.

mit den Ängsten auseinandersetzen

Setze dich aktiv mit deinen Ängsten auseinander. Sie werden sich NICHT einfach in Luft auflösen, sondern können dich unter der Geburt blockieren und damit zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden.

Frage dich, welche Faktoren bei dir konkret Ängste auslösen und welche Möglichkeiten es gibt, diese aufzulösen. Falls dir dies alleine nicht gelingt, suche dir Unterstützung (professionelle Hypnose kann z.B. dabei helfen, Ängste bewusst zu machen und aufzulösen).

Wenn du bei einer vorherigen Schwangerschaft/ Geburt traumatische Erfahrungen gemacht hast und es dir nicht gelungen ist diese aufzuarbeiten, suche dir professionelle Unterstützung bei jemanden, der sich auf diesen Bereich spezialisiert hat.

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